Vor einem Jahr schrieb ich unter dem Titel "Zauberhaft" das Erlebte und meinte damit den Altstadtzauber der Landeshauptstadt. Dieses Jahr, genau genommen Heute, gibt es kein besonderes Erlebnis das ich bzw man als zauberhaft titulieren könnte, keine "Ausgeflippte" Künstlerin die ihr Bild anbot und dabei fast abhob. Es gab die Realität in voller Brutalität. Ein alter Mann abgemagert fast bis aus die Knochen, kann sich kaum aufrecht halten, lange Haare nicht nur dort wo sie normalerweise lang sind, spärlich bekleidet. Torkelnd an der Parkbank etwa abseits, und doch nur ein paar Meter, neben dem mit Menschen vollen Hauptplatz. Eine Dose Bier am Boden , ein ehemals weißes Hemd mit deutlichen Blutflecken welches auf dem Boden in bzw neben einer Bierpfütze liegt. Kurz darauf kramt der alte Mann mit deutlich sichtbaren Pflaster auf der Stirn seinen "Kram" in ein dünnes Plastiksackerl mit der Aufschrift " Patienteneigentum" und geht fast auf allen vieren von dannen um in einer Gasse lautlos zu verschwinden.
Der Flohmarkt wo man die "Profis" deutlich erkennt. Flohmarktware die man bei Ebay billiger mit Versand aus Deutschland bekommt und man auch im Großhandel per Internet billigst als Dutzendware bekommt oder sich gleich so aus China bestellen kann. "Arme" Verkäufer die schnell mal ans Handy müssen und ein i-Phone aus der Gesäßtasche ziehen. Ein paar Straßen weiter wo Nobelboutiquen – zumindest vom Preis her ( für meine Verhältnisse!)- die Gasse zum Hauptplatz zieren, sieht man Menschen mit gut gezupften Augenbrauen, Make Up das kaum eine "Frau" so selbst hinbekommt und Sachen in Textilform tragen die mehr kosten dürften als mein Auto beim kauf wert war. Fingernägel professionell designt. Viele "Alternative" von "Heavy-Metal" Familie über "Junge Leute" mit deutlichen Hormonellen Absichten bis hin zur Jute-Ute. Sie alle gehen vorbei an der "Pestsäule" wo ein Zelt mit " Bürgerlichen Imbissen" steht, Biergartentischen und Bänken und den seltsam anmutenden Mann gut Sonnengebrannt, kurze Jeanshose – sehr ausgefranst-, eine Art Sandalen zum hinten zuschnüren, in denen er Barfuß steckt aber dicke Wollsocken oben eingelegt hat. Seinen Haargummi vom Boden aufhebt, ihn mehrmals ableckt und sich anschließend seine nassöligen Haare auch auf der rechten Seite zusammenbindet. Dort im Mülleier stöbert. eine fast leere Fisch-Junkfood Schachtel rauskramt öffnet und den spärlichen Rest auf den Boden ausklopft aufsammelt und aufißt. Dazu die fast leeren Dippschälchen unter Zuhilfenahme seiner Finger leer schleckt und die Waffelschälchen mit Resten von "Souce Tartare" noch schnell zusammenstapelt und als Wegzehrung mitnimmt. Und ebenfalls lautlos in einer Gasse verschwindet.
An jeder Ecke an denen der Flohmarkt endete oder der Altstadtzauber zu ende war oder eben begann standen Menschen die jeden ansprachen um in alten Uniformen Aufkleber mit den Stadrichtern zu Clagenfurt gegen eine Spende für wohltätige Zwecke zu verteilten. Welche sofort sichtbar ans Hemd, Sakko oder Laibchen geheftet werden…
Irgendwie habe ich ja die kranke Vermutung das die die Aufkleber nur verteilen damit man die "Nichtspender" auch als solche sofort erkennt und ihnen ihre Schändlichkeit auch ansieht….