Der tote Vogel ist zu viel / Ländliche Idylle oder die wahre Geschichte des Wiener Schnitzels!

Ein toter Vogel vor der Türe ist zu viel für so manches Gemüt. Zart besaitet oder ich zu abgebrüht ? Einen Tierarzt zu holen erschien mir als zu übertrieben nicht nur weil ich chronisch pleite bin sondern auch der Kopf des Vogels fehlte und dessen Eingeweide da offen lagen ,oder war es doch der Kropf mit des Vogels Frühstück ?

Landleben mag für so manchen sehr Idyllisch sein, auch dank der Fotos die ich hier mit einstelle. Einige Dinge sollten aber auch klar sein: Am Land gibt es Bauernhöfe und da hier eine sehr ländliche Umgebung ist gibt es auch entsprechend viele davon. Böse Zungen sagen sogar hier wäre ein Nest. An Bauernhof ist es nötig, zumindest früher viel öfters, selbst sein Essen nicht nur anzubauen. Sah man früher hier aus dem Fenster so konnte man gerade in dieser Jahreszeit häufig den Bauern sehen der Drei spezielle " Holzpfosten" aufstellte, diese oben verband. Jedermann hier wusste dann das man sehr bald wieder das obligatorische fast schon panische lauthalse gequicke mit anschließenden obligatorischen Knall hören würde und dann Stille. Sofern der Schlachter alles richtig gemacht hatte.

Als Kind war ich schon neugierig und sah mir das auch das eine oder andere mal an. Ein Schwein das plötzlich um viel, wird dann hochgezogen auf besagtem "Holzgestell" der Schlachter der aus guten Grunde eine lange Plastikschürze trägt und mittels Messer in den Hals des Tieres sticht um die Halsschlager gekonnt aufschneidet, ausbluten lassen, ist der Sinn. Reinstechen etwas entlang schneiden und dann nach oben, sofern mich meine Erinnerung jetzt nicht täuscht. Angeblich soll das Tier ja nichts mehr spüren, das Herz nicht mehr schlagen aber angesichts des Blutes und wie das das sicher nicht raus rinnt ( Das sieht man in keinen Horrorfilm!) … Ein Bein das noch lange "Zuckt" – nur "die Nerven" wie der Bauer sagt. Schnee der nicht mehr weiß ist und Erde die sich da mit hineinmischt. Der Typische Geruch den man nie wieder vergißt. Das Tier wird hierzulande nicht abgesengt sondern anschließend in eine Eiserne Wanne gelegt und mit Kochenden Wasser überzogen, anschließend eine Kette unter dem Tier durchgezogen welche an beiden Seiten rauf und runter gezogen wird. Sinn ist es die Borsten ab zu bekommen. Die Klauen mit entsprechendem " Gerät" ( sah aus wie ein Metallener Trichter mit " Enterhaken" am Ende" rausgerissen und die verbliebenen Borsten abgeschabt. Das Tier wieder hochgezogen und aufgeschlitzt, dabei fallen die Eingeweide raus die bei entsprechender Temperatur zu Dampfen beginnen. Ebenfalls ein Geruch den man immer in Erinnerung behält. Vor allem Magen und Därme lässt man einfach auf den Boden Fallen " Schwämmeln" oder wie man das nannte macht niemand bzw kaum mehr wer, damit wird das "Behandeln" des Darmes bezeichnet um dann Wurst reinzufüllen. Gerne ließ man diese Abfälle auch in "Behälter" fallen um sie leichter auf den Misthaufen zu befördern. Ich kann mich auch an eine Stierschlachtung erinnern die nicht im Winter statt fand. Auch da zuckte noch lange ein Bein bzw die "Schulter". Das Fell wird abgezogen, Bauern die das Gewicht und somit denn Erlös also ihr Einkommen schätzen. Den Augenblick wo das Tier durch den Schuß zusammen fällt – wirklich wie vom Blitz getroffen umfällt- und anschließend noch lange "zuckt" vergißt man nicht mehr. Ebenso wie ein Huhn – dem eben der Kopf abgehackt wurde- noch "rumläuft" und dabei noch das Herz Blut aus dem Hals pumpt… Wem wunderts da das so mancher Serienmörder das als Schlüsselerlebnis für seine Mörderlaufbahn angibt?

Erst vor einem Jahr sah ich bei meinen Morgenspaziergang die Bauern mit Plastikschürzen und Ketten bei einer Eisenwanne und ein paar Häuser weiter die Dampfenden Schweinhälften and den " Holzgestell" an der Hauswand auskühlen. Ich habe jetzt Hunger und hau mir erstmals den restlichen Schinken aufs Brot!

Ich bin ja keine " harte Sau" das sind vielmehr die Veganer und Vegetarier die sich letztes Jahr todesmutig auf Gurken stürzten und wußten das kann tödlichen Gemüsedurchfall geben. Apropos " harte Sau" die Geschichten wies früher mal war gabs da ja auch immer. Beispielsweise der Fleischer der seine "Flobert" gerne vergaß und das "Vich" dan eben mit der " Hockn" also Axt mittels kräftigen Schlag auf den Kopf " betäubte". Die Patronen aber trotzdem Verrechnete um das Geld im Gasthaus für Alkohol auszugeben. Oder was so alles beim Schlachten schon Schief gelaufen war….

Jetzt wo ich das hier so schreibe fällt mir ein das ich ja noch Schweinefleisch in der Tiefkühltruhe habe, Sonntags ist ja in Österreich traditionell Wienerschnitzeltag! Mahlzeit!