Es gibt vieles das man nicht verstehen kann…..

 

Den lese ich nicht mehr korrektur, nur kurz kommentiert. Damit sind einige alte und neuere Texte erstmals veröffentlicht. Mal sehen was ich noch finde falls ich mal den Datenjungle durchwaten lustig bin…

 

Es gibt vieles das man nicht verstehen kann, vieles das nie erklärt werden kann und einiges das man nie (er)fassen kann.
Menschen sterben, daß ist nichts neues. Niemand will wirklich daran denken. Man hört hin und wieder das Jemand überraschend aus dem Leben gerissen wurde, denkt bei sich ach wie tragisch und „ja so schnell kanns vorbei sein“. Das es einem aber selbst betreffen kann, es „jemanden“ trifft den man „irgendwie“ kannte oder eigentlich kennen hätte sollen, daran denkt keiner und will keiner denken.
Wie führe ich diesen „Text“ nun fort? Mit meinem bekannt „bösartigen Sarkasmus“ meiner schon fast zwanghaften “ art“ anders „sein und denken“ zu müssen oder mit dem das durch „fehlende Filter“ zuviel in meinen „Verstand“ sich wütend aufstaut?
Sprichwörtlich gesehen wohnte er seit um die 15 Jahren „Tür an Tür“ und doch sprach ich noch keinen einzigen Satz mit ihm. Er lebte in seiner Welt ich in meiner, schmale Brücken gab es nicht und falls von seiner Seite versucht wurden welche zu bauen so bemerkte ich das auf meiner Seite nicht weil ich erst gar nicht darauf achtete. *
Lange dachte ich daran mich davor zu „drücken“ auf seine Beerdigung zu gehen. “ Ich kann nicht unter Leute gehen“, „bin eben krank“ man würde dies verstehen, keiner mir etwas „nachtragen“. So saß ich auf der Terrasse sah der Sonne beim untergehen zu und über die Hecke hinweg zum Haus des Nachbarn, nicht mehr nüchtern und somit zutiefst der „Melancholie einhergefallen“ wußte ich das ich es nicht wirklich durchstehen kann auf eine Beerdigung zu gehen. Grübelnd nach einer Ausrede dachte ich wie ich die „anderen“ Beerdigungen „durchgestanden“ habe. Ich habe Familienmitglieder beerdigt die ich “ kannte“ ich kann nicht behaupten daß mir der Abschied sehr schwer gefallen war ich habe, mehr oder weniger, oft mit ihnen gesprochen. Ich weiß warum ich keine Menschen mag.
Und eben mit diesem Nachbarn der da 15 Jahre neben mir Lebte habe ich keinen Satz gesprochen und ich weiß das ich niemals die Gelegenheit haben werde auch nur einen einzigen mit ihm zu sprechen.
Kurz nach dem Morgendämmern konnte ich nicht anders und mußte bei strömenden Regen und entsprechender Temperatur eine gute Stunde spazieren gehen. „Getroffen“ habe ich „nur“ die Rosi, eine alte, einfache und sehr kluge Frau mit der ich mich manchmal einwenig kurz unterhalte. “ Ich kann einfach nicht verstehen wieso der Herrgott einen jungen Familienvater zu sich nimmt der noch lange gebraucht wird und mich mit meinen fast 90 Jahren hier unten läst wo ich doch komplett überflüssig bin?“ Wir sprachen ein wenig über dies und jenes wahrscheinlich um die Gedanken in andere Richtungen zu lenken.
Das die Kirche voll war war mir recht so mußte ich nicht hinein, den Hinterbliebenen mein „Beileid“ ausgesprochen habe ich zuvor beim Sarg.

Es war schwer die Worte seines Freundes über die Lautsprecher anzuhören, sprach er doch über Jemanden den er gut kannte und ich nicht mal einen Satz weit. Der Pfarrer sprach, wie Pfarrer nun mal sprechen, fehlte nur „Gottes Wege sind unergründlich“. Christliches „Gerede“ interessiert einen Atheisten kaum und so sah ich mir die Menschen dort an die ebenfalls nicht in die Kirche „paßten“. Den einen oder anderen kannte ich bisweilen mit einigen wollte ich sogar mal befreundet sein. So stand der gläubige „Christ“ nun dort mit andrem gläubigem „Christ“. Der eine schickte gestern seine Lebensgefährtin beim Gebet für den Verstorbenen mit „kleiner“ Tochter nach scharfen Worten in slowenischer Sprache nachhause weil sie während des „Betens“ draußen spielte. Und so stand er da während der Freund des Verstorbenen das Leben des Verstorbenen in freundschaftlichen, herzlichen und berührenden Worten in der Kirche und über Außenlautsprecher hörbar wiedergab und unterhielt sich intensiv, gestikulierend und auch mal grinsend. Erklang die Stimme des Pfarrers und rief die gläubigen zum Gebet so erhoben die Christen den Blick zum Kreuze beteten laut mit und falteten dabei die Hände. Nur eine schüttelte verschmitzt grinsend den Kopf als der Messner mit der Kollekte umherging.
Auch der „Andere“ alte Christ sei zu erwähnen der vor der Aufbahrungshalle den anderen Alten erklärte warum man so einen Unfall nicht überleben kann und was dabei alles passiert und das er deshalb sein Motorrad auch gleich wieder verkauft hat ( Schade). Und weil alte Leute eben schlecht hören mußte er etwas lauter sprechen, nur hören aber nicht alle schlecht beispielsweise die Witwe und die Kinder. Da störte auch das eine oder andere klingelnde Handy nicht mehr. Wahrscheinlich mußte man zur unbedingt lebensnotwenigen Operation Anweisungen geben….
Die alte Rosi hat wohl Recht wenn sie es nicht versteht „Warum der Herrgott einen Menschen der gebraucht wird zu sich nimmt und die völlig überflüssigen hier lässt“…
Ich weiß meistens warum ich Menschen nicht mag, verstehe sehr oft nicht warum ich mit so manchen mal befreundet sein wollte oder sogar war. Und ich verstehe auch mich nicht warum ich meist nicht einmal einen Satz mit Menschen spreche die ich gar nicht kenne…..
* Doch Heute einige Jahre später weiß ich was da wirklich war. Gehe ich dort vorbei kennt mich wieder niemand. Dort ist nicht nur eine Andere Hausnummer, manchmal können 15 Meter in eine andere Welt führen…..